Algenwachstum


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Geschrieben von Werner am 17. Mai 2026 17:17:04:

Als Antwort auf: Re: Wie steht es um Algenöl geschrieben von Uli S. am 17. Mai 2026 03:11:33:

erfordert nicht nur Sonne, sondern auch hardware, sprich CO2. Und zum Teil war auch deshalb dieser Hype, weil die Algen das CO2 verbrauchen.

Der Plan war, flexible Plexiglasrohre in den Turm zu legen, die in Etagen auf Trägern ruhen und die spiralförmig von innen nach außen, dann auf der nächsten Etage wieder von außen nach innen usw. bis oben hin verlegt sind und in denen die Algen wachsen, während Wasser mit CO2 und noch aneren Zutaten den gesamten Weg von unten nach oben langsam strömend hochgepumpt wurde. Das ganze so berechnet, dass die Algen oben angekommen erntereif sind und durch einen Häcksler laufen. Das Wasser wird aufgefangen und nach unten geleitet, ggf. etwa aufbereitet und wieder reingepumpt. Das CO2 sollte auch an der Stelle zugeführt werden, und da Algen nicht so wahnsinnig wählerisch sind, hätte das CO2 nicht besonders rein sein müssen, man hätte es also aus den Entstehungsquellen ein wenig abreinigen müssen, ganz wichtig der Ruß, der die Klarsichtrohre schnell blind gemacht hätte und natürlich Gifte von unverbrannten Kohlenwasserstoffen, aber Stickstoff, Sauerstoff, ja sogar Stickoxide und Schwefel in kleinen Mengen wären ok gewesen.

An sich war das schon ziemlich gut durchdacht und ich bin durch meine Mitwirkung auch nicht dümmer geworden. Aber die Sonne scheint halt nur einmal auf eine Fläche und nicht mehrmals. Und da, wo das erste Ding aufgebaut werden sollte, scheint sie sogar gefühlt noch weniger. Das war nämlich auf einem RWE-Gelände neben der Gasanlage zwischen Köln und Düsseldorf und dort war ich einige Jahre auf der Baustelle und habe viel viel viel Regen mitbekommen. Bei uns zwischen Köln und Bonn liegt die Eifel westlich und hält so einiges an Regen ab. Aber nörlich von Köln ist im Westen nichts mehr, was den Regen weghält, der kommt dann sozusagen frisch aus den Niederlanden.

Es juckt mich in den Fingern, ein paar Bilder von dem Ding zu veröffentlichen, aber sowas macht man nicht und da halte ich mich dran. Wenn es jemanden wirklich interessiert, maile ich sie ihm.

Was ich zuerst gar nicht verstanden habe, war, dass ein studierter Flugzeugbauingenieur mir solch einen Quatsch serviert. Er war als junger Mann selbst Segelflieger und kannte und verstand die Physik dahinter. Er wollte auch partout einen Fahrzeugtank bauen, der so gut isoliert ist, dass man Erdgas flüssig mit -163° C darin speichern kann über Wochen ohne Kühlaggregat.

Später erst bin ich drauf gekommen, was er vorhatte. Er wollte möglichst viele Patente auf diese Erfindungen erwirken und dann seine Firma mit diesen Patenten für teures Geld verkaufen. Als Beispiel nannte er Nokia, die zwar pleite waren, aber so wertvoll für Käufer, weil sie viele Patente hatten.

Natürlich hat das nicht geklappt, weil die Leute so blöd nun auch wieder nicht sind. Aber der alte Mann war schon Jahre im Ruhestand gewesen, hatte Geld und wollte noch was machen. Und so habe ich es dann auch verstanden.

Gruß

Werner

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